EIN TEXT, DER VON FRANZ FROSCHAUER WEITERGEGEBEN WURDE UND VON 1800 VOR CHRISTUS STAMMT

Das Land ist in schlimmem Zustand.

Der Elende hat keine Kraft sich zu schützen.

Es ist vergeblich einen Unwissenden zu überzeugen.

Gegenrede schafft Feindschaft.

Man nimmt die Wahrheit nicht an.

Weit und schwer ist das Leiden.

Siehe Herr und Diener sind in der selben Lage.

Schweigen soll, wer gesprochen hat.

Sprechen soll, wer neues spricht.

Nacherzählung und Weissagung sind verlorene Müh, sind Lüge.

Die Gerechtigkeit ist hinausgeworfen.

Das Unrecht sitzt im Ratssaal.

Die Feindseligkeit wird auch morgen nicht vergangen sein.

Niemand ist frei von Verbrechen.

Alle begehen es und alle Welt schweigt darüber.

Ich will darüber reden.

Ich spreche zu dir, mein Herz.

Auf dass du mir antwortest.

Denn es schmerzt zu schweigen.

Viel ist, was auf dir lastet.

Oh wüsst‘ ich doch was noch nicht gesagt wurde.

Hätt‘ ich doch nur unbekannte Ausdrücke.

Fremdartige Aussprüche.

Neue Worte.

CHACHERPERESENEB – Ägypten um 1800 vor Christus In Philipp Blom: Das große Welttheater, Von der Macht der Vorstellungskraft in Zeiten des Umbruchs, Zsolnay 2020

In der aktuellen Situation um die Lockdowns auf Grund der Covid-19 Situation (sowie der Mutationen) ist der Unmut vieler Bürger- und BürgerInnen merkbar. Rücktrittsforderungen an vereinzelte Regierungsmitglieder bzw. auch an die gesamte Regierung gibt es fortlaufend. Doch was würde denn tatsächlich eine Neuwahl verändern? Möglicherweise wären dann andere Politiker am Zug – die einiges anders machen würden. Anders ja – aber Richtig? Was ist denn tatsächlich das Richtige? Weiß das jemand? In dieser völlig neuen Situation ist wohl schnell jemand überfordert. Möglicherweise wäre es angebracht, das auch zuzugeben. Vielleicht hätten dann manche Bevölkerungsteile etwas mehr Verständnis und Geduld! Auch ich persönlich heiße nicht jede Maßnahme sinnvoll … und würde mir da und dort ein anderes Vorgehen und andere Entscheidungen wünschen. Aber ich maße mir nicht an, etwas besser zu wissen – und wünschen darf man sich ja immer was!

Christian Aichmayr

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